Die Weiße Hölle Am Pitz Ahnatalü- Ein Rennbericht

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-13°C

Nach dem der Winter im Januar schon fast überstanden geglaubt war, legte sich doch noch einmal gewaltige Kälte über den Flecken Erde, der weithin bekannt ist als Hessisch Sibirien. Ein tapferer Wettstreiter entschloss jedoch, sich dem gnadenlosen Würgegreifer der Minusgrade ins Gesicht zu lachen und gemäß seines Plans am vierten Lauf der Ahnataler Winterlaufserie 2011/2012 teilzunehmen. Und so kam es, dass jener, den sie Nicholas Kehe nennen sein edles MTB-Ross aus dem Stall holte und sattelte, um im Morgengrauen Richtung Ahnatal aufzubrechen. Gezwungenermaßen, wie man sagen muss, denn alle Benzinkutschenbesitzer, die er kannte, waren anderweitig verpflichtet oder hatten sich ans Kaminfeuer sicherer Burgen zurückgezogen. Die Reise begann. Nach Westen, immer weiter nach Westen.

Bereits auf dem ersten Passanstieg bemerkte Nicholas, dass seine Schuhe reichlich wenig Drachenblut abbekommen hatten und er sah sich gezwungen, seine Wechselkleidung, die für die harte Rückreise bestimmt war, um seine Füße zu binden. Ein Jeder weiß, dass es für das Laufgeschäft besser ist, über zwei voll durchblutete Füße zu verfügen. Schnell wichen die Erfrierungsschmerzen und der Aufstieg konnte weitergehen. Doch die Zeit verrann immer schneller. Der Textilwiderstand seiner dicken Kälterüstung ließ Nicholas nur langsam durch die verschneiten Wälder des Kassler Hochgebirges vorankommen. Auch nach Überquerung des letzten Gipfels stemmte sich der erbarmungslose kalte Wind der Ahnataler Niederungen mit aller Macht gegen unseren Helden. Doch schließlich kam Ahnatal in Sichtweite. Mit neuer Beherztheit trat Nicholas weiter und erreichte schließlich 10 Minuten vor Start, halb dem Wahnsinn verfallen und blöd vor Kälte den Ort des Wettkampfs. Mit schockgefrorener Medulla Oblongata schrieb er sich für den Lauf ein. Hierbei fiel der Stift auch nur 5 mal und der Zettel nur 3 Mal auf dem Boden und konnte jedes Mal spätestens mit dem fünften Versuch wieder aufgesammelt werden.

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Rad-Überschuhe Oldschool-Style

Ein schneller Wechsel in eine leichtere Montur und Nicholas Stand mit komfortablen 3 Minuten Zeit bis zum Start an der Linie. Der Startschuss fiel und zögerlichen Schritts lief Nicholas los, wissend, dass am Ende des Rennens nichts weiter als die Beschwerden des langen Weges, den er zurücklegte wieder auf ihn warteten. Die Luft brannte in den Lungen und wie beim Auslöffeln der heißen Suppe nach seiner Rückkehr, lief Nicholas nur so schnell, dass er sich nicht verbrannte. So reichte es an diesem Tag auch nur für eine mittlere 20er Zeit, fast zwei Minuten langsamer als sonst. Was blieb, war jedoch der Sieg über die Dämonen der Kälte und die Gewissheit, dass es dieses Jahr nur noch wärmer werden kann als an jenem Sonntag.

Link zu den Ergebnissen hier.